FSDFS – Franken sucht den Fränkischen Selbstverleugner

Schamel – Bayern statt Franken

Wenn zwei Firmen in Franken um den Titel “Fränkischer Selbstverleugner” kämpfen, wird es ein harter Fight zwischen Maintal-Konfitüren aus Haßfurt und Schamel in Baiersdorf. Der Marmeladenhersteller aus Haßfurt will in seiner Außendarstellung nichts mehr mit Franken zu tun haben. Maintal hat seine Produkte und die Website konsequent auf weiß-blau getrimmt. Aber Schamel aus (Mittel)Franken ist hier den (Unter)Franken im negativen Sinne schon zehn Jahre voraus. Schamel hatte sich vehement für die geschützte Herkunftsbezeichnung “Bayerischer Meerrettich” und gegen “Fränkischer Meerrettich” stark gemacht. Dazu muss man wissen, dass in Franken circa 1500 Tonnen Meerrettich jährlich geerntet werden und 0 Gramm in Bayern. Das Eintragen der Bezeichnung “Fränkischer Meerrettich” als geschützte Herkunftsbezeichnung wäre also eine reine Formsache gewesen. Schamel-Chef Hanns-Thomas Schamel (Hanns schreibt sich wirklich mit zwei N) reagierte 2008 auf den Vorwurf Franken zu verleugnen wie folgt: “… Aber Franken gehört seit Napoleon nun einmal zu Bayern und aufgrund dieser existierenden politischen Realität ist Bayerischer Meerrettich“ seit über 200 Jahren ein national und vor allem international bekannter Qualitätsbegriff…”

Frank und Hörrlein – Alternativen zu Schamel
Dass es auch anders geht, zeigt die Firma Frank (der Name ist schon Programm) aus Heroldsbach-Oesdorf, die mit folgendem Slogan wirbt: “Willkommen im fränkischen Meerrettichland – urfränkisch frisch regional produziert” (der kleine Ausrutscher “Altbayerischer Senf mit Meerrettich” sei Frank verziehen…). Oder wie wär’s mit Franken-Kren der Firma Hörrlein? Alternativen zur omnipräsenten Industrieware von Schamel gibt es also…

 

“Bayerischer” Frankenwein aus Sortiment genommen

Frankenwein bleibt Frankenwein

Tja, so läuft’s halt, wenn man versucht aus dem Frankenwein so langsam einen Bayernwein zu machen. Die Saffer Wein GmbH in München hatte sich wohl gedacht, als weiß-blauer Vertriebspartner den Frankenwein so einfach bajuwarisieren zu können. Es wurde Nordheimer Silvaner eingekauft, das Etikett schon mal auf weiß-blau getrimmt und der Begriff Freistaat Bayern wurde stolz auf der Vorderseite platziert. Doof nur, dass die Franken um diesen Wein einen großen Bogen machen. Rewe hat ihn jetzt in Erlangen aus dem Programm genommen…

Globus Forchheim wird fränkischer

Frankenwein-Aktionsstand

Na also, es geht doch und tut gar nicht weh. Auch wenn der Forchheimer Globus-Supermarkt in seinen Prospekten seine Fleischwaren wohl aus vertraglichen Gründen leider immer noch als “Gutes aus Bayern” auszeichnen muss, sehe ich so langsam eine Trendwende erreicht. Denn im Gegensatz zu den Selbstverleugnern von Maintal-Konfitüren bewirbt Globus in Forchheim nun fränkische Waren im Markt auch als fränkisch. Aktionsstände werben mit großen “Gutes aus Franken”-Bannern. Globus zeichnet die Waren auch dementsprechend aus. Fränkisches Selbstbewusstsein statt Minderwertigkeitskomplex à la Maintal-Konfitüren: find’ ich gut! Großes Lob an Globus! Weiter so!

Franken drauf – Franken drin

Maintal Konfitüren bricht mit Franken und setzt nur noch auf Bayern

Maintal Konfitüren: Bayern statt Franken.

Ich kritisiere auf diesen Seiten immer wieder Firmen, die ihre fränkische Herkunft verleugnen und denken sie müssten einen auf “weiß-blau” machen. Besonders negativ in diesem Zusammenhang fällt die Firma Maintal Konfitüren GmbH mit Sitz in Haßfurt/Main auf. Während sich der Marmeladen-Hersteller in der Vergangenheit nicht so recht zwischen Franken und Bayern entscheiden konnte, setzen die Haßfurter nun nur noch konsequent auf bayerisch weiß-blau, auch auf ihrer Homepage.  Der Name Franken wurde von ihren Produkten entfernt und durch Bayern ersetzt, siehe Bild. Maintal Konfitüre nennt sich jetzt auch ganz stolz Bayerische Konfitürenmanufaktur. Fränkisches Selbstbewusstsein: Fehlanzeige. Man könnte denken, der Sitz des Unternehmens sei an der Isar. Ich kann darüber nur noch den Kopf schütteln und warte auf den Tag, an dem Maintal ihren Weingelee mit Nordbayernwein anpreist.

Ein Plädoyer für den Christbaum aus Franken

Christbaum aus Franken

Jedes Jahr zu Weihnachten werden in Deutschland um die 30 Millionen Christbäume verkauft. Die meisten davon kommen aus Norddeutschland und Dänemark. Die Bäume werden zum Teil schon im Oktober geschlagen und dann in die letzten Winkel Deutschlands transportiert. Das muss aber nicht sein, da es auch Christbäume aus Franken gibt. So werden zum Beispiel im Steigerwald und im Frankenwald auch die beliebten Nordmanntannen, die 80% aller Christbäume ausmachen, kultiviert. Christbäume aus Franken sind aufgrund der kürzeren Transportwege und da sie später geschlagen werden, frischer. Eine helle Schnittfläche ist typisch für einen frischen Baum. Ist die Schnittstelle hingegen gräulich, deutet das darauf hin, dass der Baum schon älter ist. Auch an den Nadeln lässt sich ganz gut erkennen, ob ein Baum schon älter ist. Stechen sie bereits beim Kauf, ist der Baum meist nicht mehr frisch. Deshalb: Regional ist Original. Christbaum aus Franken !

“Grenzenlos fränkisch” muss das Motto für den Tag der Franken 2019 in Sonneberg und Neustadt b. Coburg lauten

Neustadt b. Coburg und Sonneberg sind sich einig.

Ich habe mich riesig gefreut, als Ende August offiziell verkündet wurde, dass 2019 Neustadt bei Coburg und Sonneberg gemeinsan den “Tag der Franken” ausrichten dürfen. Denn es ist ein klares Zeichen, dass Franken nicht nur im Bundesland Bayern liegt. Franken gibt es eben auch in den Bundesländern Baden-Württemberg und Thüringen. Die Region südlich des Rennsteigs von Bad Salzungen bis Sonneberg ist eindeutig fränkisch. Sogar einige Gebiete in Hessen werden Franken zugeordnet.

So weit – so gut. Jetzt steht der Tag der Franken jedes Jahr unter einem bestimmten Motto.

So hieß es zum Beispiel 2015 in Erlangen “Franken – offen aus Tradition”, 2016 in Hof “Patente Franken – Fränkische Patente” und in Kitzingen lautete 2017 das Motto der Main-Stadt “Kultur-Brücken”. Nächstes Jahr in Ansbach wird es mit “Essen in Franken” kulinarisch (ich freue mich jetzt schon auf die Geschmacksexplosionen fränkischer Spezialitäten…).

Das Motto für 2019 in Neustadt und “Sumbarch” steht noch nicht fest. Für mich gibt es aber nur ein Motto: “Grenzenlos fränkisch”. Ich kann nur hoffen, dass die zuständigen Bezirks- bzw. Kreisheimatpfleger Prof. Dr. Dippold (Oberfranken) und Thomas Schwämmlein (Sonneberg) sich auf dieses Motto verständigen. Denn Franken ist eben größer als die drei künstlichen Regierungsbezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken…

Meerrettichstadt Baiersdorf verbannt die Bayernfahne zur Kerwa

Baiersdorf feiert rot-weiß

Fränkische Kerwa statt Bayerische Dult. So haben es sich wohl die Baiersdorfer gedacht, als sie über die Beflaggung anlässlich ihrer Kerwa entschieden haben.  Denn in Baiersdorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt ist weit und breit keine Bayernfahne zu sehen. Am Baiersdorfer Kreisel gibt es zwar sechs Fahnenmasten, aber die Bayernfahne hatte einfach keine Chance. Stattdessen flaggten die Baiersdorfer die Nationalflaggen ihrer Partnergemeinden aus Österreich, Polen und Frankreich. Dazu kommen dann noch die Deutschlandfahne, die Stadtflagge und natürlich die Frankenfahne. Was sagt der Franke dazu: Bassd scho! Daran sollten sich viele fränkische Gemeinden und Städte ein Beispiel nehmen.

Armutszeugnis: CSU verzichtet auf Frankenfahne am Drei-Franken-Stein

CSU-weiß-blau am Drei-Franken-Stein
CSU-Prominenz und wer sich dafür hält

Wie jedes Jahr an Christi-Himmelfahrt fand das sogenannte Drei-Franken-Treffen der CSU am Drei-Franken-Stein statt. Unbestrittener Star 2017 war Bayerns Innenminister Joachim-weiß-blau-Herrmann, der souverän seine Rede herunterspulte. Er schwärmte von Bayern, wetterte gegen das Schreckensgespenst rot-rot-grün und erteilte einem Nationalpark Steigerwald eine klare Absage. Soweit nichts Neues. Das eigentlich Erschreckende für mich war, dass selbst die “fränkische” CSU offenbar ein massives Problem mit sich selbst, nämlich mit Franken hat. Obwohl es am Drei-Franken-Stein-Areal Vorrichtungen für vier Fahnenmasten gibt, verzichtete die CSU schon fast demonstrativ auf die Frankenfahne. Stattdessen wurde neben der Deutschlandfahne und der Gemeindefahne ganz selbstverständlich die Bayernfahne aufgezogen. Auch sonst dominierten die weiß-blauen Rauten am Drei-Franken-Stein.

Die Partei für Franken hielt die fränkischen Farben hoch

Einziger Lichtblick aus fränkischer Sicht war das Auftreten der Partei für Franken – DIE FRANKEN. Parteichef Robert Gattenlöhner begrüßte rund ein Dutzend Mitglieder und Sympathisanten, die buchstäblich die fränkische Fahne hochhielten. Ich finde es ein großes Armutszeugnis für die CSU, wenn diese sogar am Drei-Franken-Treffen Frankenfahnen verbannt. Ohne DIE FRANKEN wäre das Drei-Franken-Treffen zu einem reinen Nordbayerntreffen verkommen.

Regionalpartei „DIE FRANKEN“ fordert Verbot von Wahlkampfauftritten bayerischer Politiker in Franken

Paradebeispiel einer gescheiterten Integration: Joachim-weiß-blau-Herrmann

Nürnberg – Eine große Mehrheit der Deutschen lehnt entschieden Wahlkampfauftritte des Türkischen Ministerpräsidenten Erdogan und seiner Minister in Deutschland ab, da innertürkische Konflikte ihrer Meinung nach nichts in Deutschland zu suchen haben. Die Partei für Franken – Die Franken geht einen Schritt weiter und fordert ihrerseits ein Verbot von Wahlkundgebungen bayerischer Politiker in Franken. Denn auch bayerische Politik und Konflikte dürfen nicht in Franken ausgetragen werden.

Robert Gattenlöhner, Parteivorsitzender und mittelfränkischer Bezirksrat der Partei für Franken setzt sich für ein Verbot von Wahlkampfauftritten bayerischer Politiker in Franken ein. „Bayerische Politik hat in Franken nichts verloren“, fordert der fränkische Parteichef und meint, dass es in Franken schon genug „Probleme mit Bayern“ gäbe. Franken erlebe in Person von Innenminister Joachim Herrmann das „Paradebeispiel einer gescheiterten Integration.“ Obwohl Herrmann in Erlangen aufgewachsen sei, ist er „stolz“ darauf, dass er wie seine Mutter in München geboren ist und sein Vater aus der Oberpfalz kommt. Er lebe bei uns in seiner „altbayerischen Parallelwelt“ und hat sich der Integration in Franken konsequent verweigert, fährt Gattenlöhner fort. „Der Herrmann spricht doch bis heute nicht unsere Sprache, sondern nur Oberbayerisch. Er isst kein Schäufela und trinkt kein Kellerbier. Außerdem trägt er schon fast provozierend immer nur weiß-blaue Krawatten.“ Doch Herrmann ist laut Gattenlöhner nicht das einzige Beispiel einer schleichenden „Bajuwarisierung des Frankenlandes.“ In Bad Staffelstein werbe eine in Oberbayern grandios gescheiterte Politikerin namens Monika Hohlmeier aggressiv für die „bayerische Sache.“ Gattenlöhner weiter: „Mich hat fast der Schlag getroffen als sie das erste Mal mit der Bayern-Burka (=Dirndl, Anmerkung der Redaktion) in aller Öffentlichkeit in Franken herumgelaufen ist.“ Für den leidenschaftlichen Franken steht deshalb fest, dass Franken nicht zum Austragungsort für die Werbung „weiß-blauer Großmachtsfantasien“ werden darf. „Wir müssen deshalb selbstbewusst unsere fränkischen Werte gegen die zunehmende Bajuwarisierung vertreten und verteidigen. Daher fordern wir ein striktes Verbot von Wahlkampfauftritten bayerischer Politiker in Franken.“

Nationalpark Steigerwald – eine große Chance für ganz Franken

Baumwipfelpfad Steigerwald

Die Bayerische Staatsregierung hat angekündigt in Bayern einen dritten Nationalpark auszurufen. Mit dem Nationalpark Bayerischer Wald und dem Nationalpark Berchtesgaden gibt es schon zwei Nationalparks in Altbayern. Jetzt muss also Franken an der Reihe sein. Und hier bietet sich der Steigerwald geradezu an. Die alten Buchenbestände sind einmalig in Deutschland und verdienen einen besonderen Schutz. Zusammen mit den drei fränkischen UNSECO-Kulturerbe-Stätten in Würzburg (Residenz), Bamberg (Altstadt) und Bayreuth (Markgräfliches Opernhaus) würden ein einzigartiges Gebiet in Franken entstehen. Ein Nationalpark Steigerwald würde die Attraktivität der Region enorm erhöhen, den Tourismus steigern und damit Arbeitsplätze schaffen. Außerdem sind auch mit Fördergelder in Millionenhöhe zu rechnen. So weit – so gut.

Allerdings will die CSU um Ministerpräsident Seehofer einen Nationalpark Steigerwald verhindern und den Steigerwald nicht einmal für die Auswahl für einen Nationalpark berücksichtigen. Offensichtlich macht eine Gruppe um den unter-fränkischen Staatssekretär Gerhard Eck aus wohl finanziellen Interessen vehement Stimmung gegen einen Nationalpark Steigerwald. Eck war es übrigens auch, der sich als “Franke” vor noch gar nicht langer Zeit zusammen mit Innenminister Joachim Herrmann massiv gegen das offizielle Hissen der Frankenfahne am “Tag der Franken” gewehrt hat.

Der Verein Nationalpark Nordsteigerwald fordert nun mit einer Online-Petition eine faire Chance für den Steigerwald. Der Steigerwald soll bei der Nationalparksuche berücksichtigt werden. Der Verein macht sich für die Einrichtung eines Nationalparks Steigerwald auf einem kleinen Teil im Nordsteigerwald stark, der sich im staatlichen Besitz befindet. Die Interessen der privaten Waldbesitzer bleiben damit sichergestellt. Das Ausrufen des Nationalparks Bayerischer Wald hat übrigens einen sehr positiven und nachhaltigen Einfluss auf die gesamte Entwicklung der Region gehabt. Insofern ist ein Nationalpark Steigerwald ausdrücklich zu begrüßen.